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Gegen Konterboxer kämpfen

Wie man gegen einen Konterboxer kämpft

Kämpfe gegen Konterboxer zu bestreiten ist hart und ärgerlich! Sie sind schnell, häufig ziemlich groß mit großer Reichweite, sie bewegen sich viel und landen Treffer in dem Moment, wo Du ihnen nahe kommst. Willst Du einen Konterboxer besiegen, musst Du ihn effektiv unter Druck setzen und dafür sorgen, dass er beginnt, sich so richtig unwohl im Ring zu fühlen. Wie das klappen kann, erfährst Du jetzt.

Was ist ein Konterboxer

Das Konterboxen ist ein defensiver Kampfstil. Einer der berühmtesten Defensivkünstler war Muhammad Ali, den besonders die Ästheten unter den Boxfans wegen dieses etwas weniger aggressiven Kampfstils verehrten. Ein Konterboxer ist also ein „Nicht-Angriffs-Boxer“, der zunächst einmal abwartet, was sein Gegner tut. Er wartet auf Deine Initialbewegungen, um dann nach Deinem Angriff selbst zu attackieren. Dabei scheint er die perfekte Antwort auf jeden Deiner Schläge und jede Deiner Bewegungen zu kennen. Oft gilt der Konterboxer als der vermeintlich körperlich Unterlegene oder als Boxer mit wenig Nehmerqualitäten. Das kann aber ein fataler Irrtum sein, der Dich leichtsinnig werden lässt. Einen Konterboxer zu schlagen, ist keine einfache Sache. Deshalb solltest Du verstehen, wie der Konterboxer denkt und warum er diese Taktik fährt.

So denkt der Konterboxer

Der Konterboxer wartet ab, weil es ihm eine gewisse Sicherheit gibt. Er kann sehen, wie und wo sich sein Gegner während seiner Angriffe öffnet. Darauf kann er reagieren und sich selbst öffnen, aber eben nur dann. Das ist eine sichere Strategie, hinter der einige Überlegen stecken, etwa

  • Wenn ich zuerst attackiere, verbrauche ich unnötig Energie, bevor mein Gegner sich geöffnet hat.
  • Abwarten ist sicherer und effektiver als der eigene Angriff.
  • Ich kann warten und meine perfekten Kombinationen schlagen, wenn mein Gegner sich öffnet.
  • Da ich schnell bin, kann ich einen JAB als Antwort auf seinen Angriff schlagen.
  • Schlage ich den JAB aber zuerst, dann riskiere ich selbst harte Konterschläge.

Versetze Dich in diese Denkweise und Du wirst den Konterboxer besser verstehen. Dadurch hast Du selbst die Gelegenheit, Dich auf seine Strategie einzustellen.

Der Konterboxer muss nicht besser sein als Du, nur weil er eben ein Konterboxer ist. Er ist einfach nur gut vorbereitet auf alle Situationen, in die ein Kampf ihn führen kann. Er ist bis in die Haarspitzen bereit, sich zu verteidigen und Konterattacken zu schlagen.

Zwei unterschiedliche Konterboxer-Typen

Nicht jeder, der auf Dich wartet, also auf Deine Schläge und Bewegungen, ist ein „echter“ Konterboxer. Du kannst folgende Typen unterscheiden:

Der passive Konterboxer

Der passive Konterboxer ist oft ein Anfänger oder ein Boxer, der einfach in die Kontersituation gedrängt wurde. Der Anfänger wartet gerne, um Deine Taktik zu sehen und auf Deine Bewegungen reagieren zu können, weil er noch unerfahren ist. Ihn zu schlagen ist relativ leicht. Teile einfach Deine Schläge aus und versuche ihm die Chance zu nehmen, zurück zu schlagen. Der passive Konterboxer, der aus welchem Grund auch immer in die defensive Situation gedrängt wurde, will keine Angriffsschläge austeilen. Er ist vielleicht müde, verletzt oder fühlt sich schwächer als Du. Möglicherweise hat er ein psychologisches Problem oder schleppt einen physiologischen Nachteil mit sich herum. Er hat vielleicht einfach zu wenig Selbstvertrauen oder sogar Angst vor Dir. Das heißt aber nicht, dass er in Wirklichkeit weniger geschickt im Konterboxen ist. Er hat oft gute boxerische Qualitäten. Daher ist in diesem Fall Vorsicht angesagt, denn dieser Typ Konterboxer ist nach wie vor äußerst gefährlich.

Die Kennzeichen des passiven Konterboxers sind:

  • Seine Konter sind meist sehr hart geschlagen, weil er vielleicht Angst hat, nicht hart genug zu agieren.
  • Er läuft herum, nachdem er nur einen einzigen Konter geschlagen hat.
  • Er schwingt nach allem, was ihm zu nahe kommt.
  • Auch auf leichte Schläge von Dir reagiert er defensiv.
  • Er strahlt wenig Selbstvertrauen aus.
  • Er macht keinen entspannten und ungezwungenen Eindruck.
  • Sogar ein leicht panischer Ausdruck kann sich in seinen Augen zeigen.

Der aggressive Konterboxer

Der aggressive Konterboxer drängt Dich praktisch zur Initialbewegung. Er kommt bestens vorbereitet in den Kampf und ist nicht bereit, den Vorteil seiner guten Vorbereitung aufzugeben. Deshalb teilt er keine Angriffsschläge aus, womit er sich Dir ja öffnen und damit angreifbar machen würde. Dieser Typ Konterboxer weiß, wie er Dir gefährliche Fallen stellen kann. Du solltest nicht hineintappen!

Die Kennzeichen des aggressiven Konterboxers sind:

  • Er ist ruhig und kann warten. Manchmal steht er einige Momente einfach still.
  • Oder er bewegt sich leicht seitwärts, Du spürst förmlich, dass er auf Deinen Angriff wartet, während Du ihm folgst.
  • Manchmal drängt er Dich in eine unüberlegte, panische Bewegung, indem er Dich verfolgt.
  • Er zielt mit seinen Kontern stets auf spezielle Bereiche.
  • Er wirkt aggressiv, auch wenn er wenig tut.
  • Sein Blick ist niemals ängstlich, er macht einen sehr selbstbewussten, teilweise sogar überheblichen Eindruck.

Dein Ziel: den Konterboxer besiegen

Du hast Dich in die Gedankenwelt des Konterboxers hineinversetzt und weißt jetzt, wie er tickt. Jetzt noch eine wichtige Tatsache, die Du nie vergessen solltest: Ohne seine Konter ist der Konterboxer nichts! Die Konter sind alles, was er im Kampf hat. Kann er auf diese Schläge nicht mehr aufbauen, wird seine ganze Strategie hinfällig. Du musst also seine Konter schlagen, indem Du den ersten Schlag gut platzierst, dann seinen Konterschlag vermeidest und sofort Deinen Abschlussschlag landest. Um das zu schaffen, hier einige Tipps:

Finten schlagen

Wenn Du Finten einsetzt, dann muss das plötzlich erfolgen und überzeugend – möglichst sogar angsteinflößend – vorgetragen sein. Dann wird der Konterboxer meist überreagieren und seine Deckung bröckelt. Du kannst beispielsweise einen JAB antäuschen und ihn mit einem Konter überraschen. Oder Du machst einen Fuß-Fake. Gehe einen sehr schnellen Schritt in die Richtung Deines Gegners und beobachte genau, ob seine Arme zucken. Dann nutze diesen Unsicherheitsmoment. Springt er von Dir weg, dann setze nach und schlage auf seinen Körper. Wenn er damit beschäftigt ist zu blocken, attackiere ihn! Aber Achtung: Nach 2-3 Schlägen solltest Du wieder herauskommen, denn sonst fängst Du seine Konter ein.

Schnell bewegen

Was auch immer für Schläge Du einsetzt: Schlage sie schnell und kurz! Nur dann kannst Du wieder genügend Distanz aufbauen, bevor Dein Gegner zurück schlagen kann. Kleine Bewegungen machen Dich schnell. Sie sind immer schneller als große Bewegungen. Mach kleine Schritte in einem anderen Winkel anstatt eines großen Schrittes. Schieb Deinen Kopf schnell ein wenig erst nach links, dann nach rechts. Das ist effektiver, als Deinen Kopf ganz außerhalb seiner Reichweite zu bringen, weil der Weg einfach länger und damit langsamer ist. Schlage einen JAB und sichere Dich sofort ab. Oder Du schlägst eine 1-2, bevor Du unter seiner linken Hand durch gleitest. Alles muss immer schnell ablaufen.

Schlag erzwingen

Der Konterboxer wartet. Dabei bereitet er seine Defensive vor. Du kannst diese Momente nutzen, indem Du Deine Offensive vorbereitest. Damit forderst Du ihn zum Schlag heraus.

Schläge blocken

Viele Konterboxer beherrschen es perfekt, unter Deinen Schlägen durch zu gleiten. Also wähle Schläge, die er nicht abgleiten kann. Beispielsweise setzt Du Deinen ersten Schlag auf seine Brust anstatt in Richtung Kopf zu zielen. Hier hat Dein Gegner nur die Möglichkeit, den Schlag zu blocken. Kleben seine Hände im Block vor der Brust, hast Du alle Möglichkeiten, Deine Folgeschläge auf andere Bereiche zu lenken. Oder Du merkst, dass er auf seinem Platz ausharrt und auf Deine Aktion wartet. Dann setze Deine Schritte lehrbuchmäßig nach vorne und schlag eine perfekte rechte Gerade. Er kann nicht abgleiten, ist wieder zum Block gezwungen und kann vermutlich nicht kontern, weil er keine Hand frei hat. So kannst Du den Konterboxer richtig frustrieren.

Öffnungen nutzen

Suche neue Schläge und eröffne Dir damit Chancen, seine Öffnungen zu treffen. Auch wenn diese Schläge ihm vielleicht nicht weh tun und keinen direkten Einfluss auf den Kampf nehmen, so werden sie Deinen Gegner zumindest überraschen, ihn aus der Balance bringen oder ihn in Positionen zwingen, die ihn verwundbar machen. Das kann ein richtig harter Schlag auf seinen Handschuh oder sein Handgelenk sein, so dass der Einschlag noch auf der anderen Seite spürbar ist. Schläge, die ihn zum Blocken zwingen und ihn vom Konter abhalten, sind besonders klug. Wenn Du Wege findest, dass er ganze Kombinationen blocken muss, werden sich immer wieder Öffnungen für Dich ergeben.

Der Kampf gegen den Konterboxer

Ein offensiver Boxer hat im Kampf viele aktive Möglichkeiten, den Kampfverlauf zu bestimmen. Dabei ist eine gute Deckung überlebenswichtig. Also muss auch der Angriffsboxer immer seine wirkungsvolle Verteidigung im Auge behalten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass gute Konterboxer sich durch zwei Dinge auszeichnen:

  • Technik: Die gute Technik des Konterboxers erlaubt es ihm, nur dann zu attackieren, wenn es ihm gerade gefällt und er sich wohl dabei fühlt. Ansonsten kann er gut gedeckt und in aller Ruhe herumstehen.
  • Geschwindigkeit: Konterboxer sind in der Regel blitzschnell in ihren Bewegungen. Das erlaubt es ihnen, den Gegner aus scheinbar nicht offensiven Positionen heraus anzugreifen.

Hier also musst Du Deine Angriffspunkte im Kampf gegen einen Konterboxer suchen.

Seine Technik besiegen

Es gilt also, die Technik des Konterboxers zu besiegen, auch wenn er technisch offensichtlich besser als Du selber ist. Mit seinen boxerischen Fähigkeiten erscheint er Dir vielleicht physisch überlegen, kraftvoller und schneller. Er kann aber als Schwachstelle eine geringere Kondition haben als Du. Dann lass Dich nicht darauf ein, Dich mit ihm in puncto Kraft oder Geschwindigkeit zu messen. Setze Deinen Fokus in dem Moment lieber auf Deine gute Kondition und bleib bei Deiner eigenen bewährten Technik.

Seine Geschwindigkeit ausbremsen

Um die Geschwindigkeit Deines Gegners auszubremsen, kannst Du darüber hinaus mit einigen Tricks arbeiten. Zunächst darfst Du selber keine Energie unnötig verschwenden. Denn wenn Du Dich verausgabst, bist zu mit Deiner Kondition schnell am Ende und wirst der Verlierer sein. Setze also Deine Intelligenz ein und sei nicht leichtsinnig. Agiere lieber etwas langsamer und taktisch klug. Mach Deinen Gegner mürbe, indem Du Finten schlägst, geschickt seine Schläge ins Leere gehen lässt, selber viele leichte Schläge schlägst und ihn damit müde machst. Zeige Dich selbst aggressiv, präsentiere Dich als Pressure-Fighter. Intelligentes Pressing verbraucht seine Energie, während Du deine sparst.

Druck aufbauen

Konterboxer mögen keinen dauerhaften Druck. Also solltest Du im Kampf die ganze Zeit Druck aufbauen, denn das steht dem Stil des Konterboxens entgegen. Zwar mangelt es diesem Boxertyp nicht an Technik und Boxfähigkeiten, aber er will nicht in einen Schlagabtausch geraten. Ein sauberer Austausch von Schlägen und möglichst wenig selbst berührt werden: Das ist die Taktik des Konterboxers. Ständiger Druck hingegen bedeutet, dass Du den Gegner kontinuierlich störst. Wenn Du Deinen Druck benutzt, um ihm mit Schlägen weh zu oder ihn mit Stößen aus der Balance zu bringen, bringst Du ihn aus dem Konzept und er muss das tun, was er gar nicht mag, nämlich selbst agieren.

Wie man gegen einen Konterboxer kämpft

Konter die Konter des Konterboxers

Basierend auf Deiner eigenen Technik und den von Dir eingesetzten Schlägen kannst Du es schaffen, den Konterboxer zu kontrollieren. Wenn Du stets absolut wachsam bist, dann wird Dir das relativ einfach gelingen. Wichtigste Voraussetzung: Verwende keinen durchgängigen Rhythmus! Wenn Du ständig Deinen Rhythmus änderst und an die jeweilige Situation anpasst, stört das die Verteidigungs- und Angriffsphasen Deines Gegners und wird ihn auspowern. Und das solltest Du im Einzelnen beachten:

So schlägst Du den passiven Konterboxer

Der passive Konterboxer ist oft unsicher, ängstlich und schnell zu verunsichern. Er wird erst schlagen, wenn Du aufhörst zu schlagen. Deshalb setze Deine Schläge schnell hintereinander, beweg Dich kontinuierlich und baue Druck auf. Deine Schläge müssen nicht einmal besonders hart sein. Am besten wechselst Du ein paar leichte Schläge mit wenigen harten Schlägen ab. Das schont Deine Kräfte und Du wirst nicht schnell müde.

So schlägst Du den aggressiven Konterboxer

Im Kampf gegen den aggressiven Konterboxer ist der Rhythmuswechsel eine gute Waffe. Wenn Du den Rhythmus bestimmst, indem Du ihn ständig wechselst, wirst Du seine Nerven strapazieren und ihn müde machen. Stell Dir folgende Situation vor: Dein Gegner ist ein „Pot-Shotter“, der nur Einzelschläge austeilt und mit Überraschungsangriffen versucht, Löcher in Deiner Verteidigung zu finden. Ihn überrascht Du mit einem Schlag, der Vermeidung seines Schlages und 3 weiteren Schlägen von Dir. Du kannst zum Beispiel auch folgende Kombinationen probieren: 1 Schlag, 1 Schritt zurück, jetzt 3 schnelle Schläge, wieder 1 Schritt zurück, gefolgt von 2 harten Schlägen. Eine gute unrhythmische Attacke wäre auch 2 Schläge, 1 Schritt zurück und 3 Schläge. Es ist manchmal verblüffend einfach, einen Konterboxer müde zu machen und seine Energiereserven zu erschöpfen, wenn er irritiert ist und seine Konter immer wieder neu aufbauen muss.

Nicht aufhören zu schlagen

Solange Du selber Schläge austeilst, werden die meisten Konterboxer nicht mit dem Schlagen anfangen. Dein perfektes Opfer ist der Boxer, dessen Trainer ihn immer wieder ermahnt „schlagen, Du musst schlagen!“ Dann schlag einfach pausenlos weiter, bis der Ringrichter den Kampf stoppt oder Dein Gegner KO am Boden liegt. Allerdings hört sich das etwas einfacher an, als es ist. Durchgehend auf den Sandsack einzuschlagen, ist ziemlich einfach, denn dann bist Du vollständig Herr der Situation und bestimmst den Rhythmus alleine. Im Kampf ist das anders, denn da bestimmt auch der Gegner den Rhythmus mit. Mach Dir klar: Der Konterboxer überlässt den Rhythmus und damit die Kontrolle über den Kampf zu einem großen Prozentsatz seinem Gegner, also in diesem Falle Dir. Das ist Dein großer Vorteil!

Seine Füße in Bewegung bringen

Konterboxer gelten oft als mental und physisch stark. Das manifestiert sich oft auch nach außen hin in seiner Haltung. Der Konterboxer möchte mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, die Füße in der richtigen Position haben und eine bestimmte Haltung einnehmen. Wird er aber gezwungen, seine Haltung aufzugeben und seine Füße zu bewegen, stört das seine Vorbereitung und macht ihn weniger bereit für den Konter. Versuche also, ihn in Bewegung zu halten. Stehst Du außerhalb seiner Reichweite, muss er auf Dich zukommen, um Dir näher zu sein. Das ist der richtige Moment für Deine überfallartige Attacke. Oder  geh einfach von ihm weg, dann muss er Dir vielleicht sogar folgen. Ein harter Schlag mit anschließendem Stoßen oder einem Hereinlaufen mit Deinem Körper zwingt ihn ebenfalls, seine Füße zu bewegen. Sollte er in diesem Moment trotzdem einen Konter schlagen, wird der jedenfalls weniger kraftvoll ausfallen. Wenn Du den Eindruck hast, er steht besonders gefestigt, zwinge ihn in die Bewegung.

Ein Konterboxer, der sich gerne bewegt, ist selten. Aber es gibt ihn. Dieser Boxertyp ist echt gefährlich, und die „Bewegungstheorie“ greift leider nicht.

Der JAB als Defensivwerkzeug

Der JAB ist eine wunderbare Waffe zur Verteidigung. Der Abschluss einer Kombination mit einem JAB ist eine ganz wichtige Regel im Kampf gegen einen Konterboxer. Wenn Du beispielsweise weißt, dass Dein Gegner mit einer Rechten kontern wird, solltest Du seine Rechte unterbrechen, indem Du Deine Kombinationen immer mit einem JAB abschließt. Der JAB als Abschluss bringt Deinen Körper zurück in die Grundhaltung und macht Dich weniger verwundbar, als wenn Du etwa mit der Rechten abschließt.

Hier ein paar günstige Schlagkombinationen:

  • Schlag 1-2-1 (anstatt nur 1-2). Diese sehr kurze Kombination wird Deinen Gegner irritieren.
  • Probiere es mit 1-2-3-2-1 oder 1-2-1-2-1 (anstatt 1-2-1-2).
  • Einen weiten Ausweg ermöglichst Du Dir mit 1-2-1-1.

Und so reagierst Du auf seine Aktionen:

  • Er kontert mit einem JAB. Probiere mit einem JAB hereinzuspringen, dann lehn Dich zurück, um seinem Konter-JAB zu entgehen, und schlag eine 1-2 Kombination.
  • Er schlägt eine Rechte. Du schlägst einen JAB, gleitest seine Rechte ab und schlägst einen linken Haken.
  • Er schlägt einen linken Konterhaken. Du schlägst eine schnelle 1-2 und machst sofort einen Schritt nach hinten, um aus seiner Reichweite zu kommen. Steig dann mit einer 2-3-2 Kombination wieder ein.

Deine ersten Schläge sollten immer leicht sein, wenn Du Deinen Gegner zu einem Konter zwingen willst. Dann kommst Du nämlich schneller wieder aus seiner Reichweite heraus als nach einem harten Schlag.

Stören durch Druckaufbau

Willst Du den Konterboxer so richtig unter Druck setzen, musst Du selbst ständig in Bewegung bleiben. Du darfst Deine Schläge also nicht aus einer einzigen Position heraus schlagen, sondern aus allen Richtungen attackieren. Eine super saubere und perfekte Technik ist in diesem Moment nicht so wichtig. So kannst Du im Ring gegen den Konterboxer Druck aufbauen:

  • Bleib vor dem Gegner und variiere leichte und harte Schläge, suche sogar den (bei ihm so unbeliebten) Körperkontakt.
  • Ziel überall hin: auf Kopf, Arme, Schultern, Handschuhe. Mische dabei beispielsweise harte Schläge zum Körper (das zwingt ihn zur Verteidigung) mit Stößen auf Schulter oder Kopf (das bringt ihn ins Straucheln).
  • Nutze jede Lücke, die Dein Gegner öffnet und schlage und stoße immer weiter. Das nimmt ihm die Möglichkeit, kurz durchzuatmen.
  • Bring Dich in eine Position, in der Du den Arm strecken und Kontakt aufbauen kannst.
  • Versuch es mit der automatischen Defensive, wenn Deine Reflexe nachlassen. Das heißt zum Beispiel: Nach jedem 3. Schlag gleitest Du ab oder gehst einen Schritt zurück. Das wird nach kurzer Zeit für Dich zum Automatismus, Deinen Gegner stört diese Routine.
  • Wenn Du Dich sehr gut fühlst, schlag konstant und geh dabei immer weiter auf ihn zu. Du kannst Dich mit Deinem Körper an seinen lehnen und ihn stoßen. Stößt er Dich ebenfalls, ist folgende Verteidigungsstrategie möglich: Greif ihn, neige ihn auf eine Seite und schleudere ihn von Dir weg.

Über eins musst Du Dir im Kampf mit einem Konterboxer im Klaren sein: Dein Gegner wird alles tun, um Dich abzuschütteln und zu besiegen. Deshalb sei immer darauf gefasst, dass Du in einem solchen Kampf einige – vielleicht auch schwere – Konterschläge einstecken musst. Sei also vorbereitet und versuche, harte Schläge abzugleiten, abzulenken und mit der Schulter abzurollen.

Der vielleicht wichtigste Tipp kommt zum Schluss: Bleib immer geduldig und lass Dich nicht irritieren oder aus der Reserve locken. Denn gute Konterboxer besiegen Dich nicht nur mit ihrer Technik oder Geschwindigkeit. Sie besiegen Dich auch oft einfach durch Deine eigene Ungeduld!

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